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Brasilien KLJB

Rockstar

I’ll need a credit card that’s got no limit
And a big black jet with a bedroom in it
Gonna join the mile high club
At thirty-seven thousand feet

Nickelback – Rockstar!

Das Telefon klingelt durchgehend, mein Server meldet Überlastung, mein Postfach ist überschwemmt, meine Eltern können nicht mehr einkaufen gehen und mein Bruder hat keine Ruhe mehr!

Warum, nun die Seite 16 der OW/WN, vom 2. Dezember, war mit einem großen Bild von mir und einem Artikel versehen!
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Die erste Begegnung mit der Presse hatte ich am 1 Mai von ein paar Jahren. Ein Mädchen sage mir, als ich mich ihr vorstellen wollte, dass sie mich aus der Zeitung kennt! Seit dem weiß ich, dass die Zeitung sogar manchmal gelesen wird. Und zwar nicht nur die FAZ oder die Zeit, nein auch die Odenwälder Zeitung/Weinheimer Nachrichten und zwar auch der Teil, der nicht vom Mannheimer Morgen kommt. Man kann jetzt denken was man will, ich denke nichts Gutes!

Als ich meine letzten Wochen zu Hause bestritt, mit letzten Bürokratien von Bank, Amt und sonstigen Institutionen, neben her versuche die letzten Tage deutschen Boden zu genießen und meine Freunde nochmal zu sehen las ich in der Zeitung ein Artikel von einem Mädchen das auch ins Ausland ging! Meine Mutter meinte, Mirko du muss auch was in die Presse geben und ich sagte nur das ich mich nicht als Heiligen darstellen will der zu den armen Menschen geht!

Dieser Artikel, beschreibt ja schon fast ein Lebenswerk! Wie eine Berühmtheit mit einem Abschnitt, Zur Person! Das ist mir unangenehm und zu gleich freu ich mich riesig! Der Artikel schafft es meiner Meinung nach zu zeigen, dass ich kein Heiliger bin und trotzdem von meinem Jahr zu berichten! Der große Ausschweif auf die KLJB ist mehr als berechtigt und wenn mich jemand fragt was ich so gemacht habe, gibt es nur eine Antwort: Katholische Landjugendbewegung!

Ich danke Frau Ursula Borchers für diesen Artikel. Sie hat einen besseren Journalismus betrieben als viele der unseren, von der wohl zu recht gehassten GEZ bezahlten, Journalisten! Vielen Herzlichen Dank für die Mühe!

Wer den Artikel nicht hat, hier der komplette Artikel zum nachlesen:

SDC14842_bearbBirkenau(ub). „Fallen lassen muss man können! Einfach laufen und fallen lassen. Die meisten Brasilianer können das, sie laufen und lassen fallen. Mittlerweile kann ich es auch aber ich fühle mich schlecht dabei, Das führt dazu, dass ich es dann ein paar Mal nicht mehr mache, bis es mal wieder keine andere Möglichkeit gibt außer, es fallen zu lassen!“ Wovon hier geredet wird? Vom Müll natürlich, den die Brasilianer einfach fallen lassen, da öffentliche Mülleimer, wenn es sie denn gibt, fast immer überfüllt sind.
Diese und andere spannende „Erlebnisse“ aus dem Leben in Brasilien kann man auf der Internetseite (www.m-bitsch.de)von Mirko Bitsch lesen, denn er lebt seit August 2009 in Miguel Couto, einem Stadtteil von Nova Iguacu, einer Vorstadt von Rio de Janeiro und leistet dort seinen „Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung im Ausland“. Als Mirko Bitsch – heute 22 – vor einigen Jahren von einem Freund mit in die Gruppenstunde der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) in Birkenau mitge-nommen wurde, fand er sehr schnell Gefallen an der Jugendarbeit und der Freizeitgestaltung und enga-giert sich dort. Nach seinem Realschulabschluss an der Langenbergschule in Birkenau machte er eine Ausbildung zum Mediengestalter. Danach bereitete er sich auf das Abitur in Mannheim vor.
Parallel dazu war er ab 2005 Vorsitzender der KLJB hat aktiv an den 72 Stunden Aktionen mitgewirkt, den Kontakt zu anderen KLJB Gruppen aufgebaut, Freizeitaktivitäten wie Kanufahrten, alljährliche Ver-kaufsaktionen geplant und durchgeführt und Jugend-gottesdienste mitgestaltet. 2009 war er hauptverant-wortlich für die die Planung und Organisation des Zeltlagers mit 70 Jugendlichen zuständig.
Auf den Gedanken, seinen Zivildienst im Ausland zu machen, kam er auf dem Weltjugendtag in Köln. Dort erlebte er, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen, verbunden im christlichen Glauben, offen miteinander umgingen. Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung bedeutet für ihn, seinen Ersatzdienst sinnvoll für andere einzusetzen. Er möchte damit einen kleinen Beitrag zur Verständigung zwischen Menschen und Völkern leisten, um andere Lebens-umstände kennen zu lernen, zu respektieren und zu unterstützen.“ Den Menschen in anderen Ländern und Kulturen Wertschätzung entgegen zu bringen und ihnen damit positive, zwischenmenschliche Er-fahrungen zu geben, wäre eine großer Wunsch von mir,“ so Mirko Bitsch in seinen Ausführungen zur Bewerbung um einen Auslandsplatz für einen So-zialen Dienst für Frieden und Versöhnung beim Bi-schöflichen Jugendamt in Mainz. Ansprechpartner im Bischöflichen Ordinariat ist Pastoralreferent Wolfgang Rieke von der Fachstelle Zivildienst und Freiwilligendienste des Bischöflichen Jugendamts. Bei der Verabschiedung von 7 jungen Freiwilligen im Juli 2009 in Mainz wies Rieke auf den Wunsch der Jugendlichen hin, den Reichtum der südameri-kanischen Länder zu entdecken, aber er machte auch deutlich, dass sie dort die Armut der Menschen teilen werden, wenn sie mit ihnen solidarisch leben wollen.
Seit August arbeitet Mirko Bitsch bei dem Hilfspro-jekt für Straßenkinder „Casa de Menor – Sao Miguel Arcanjo“ in der Nähe von Rio.als Freiwilliger. Sein Aufgabengebiet umfasst die Mitarbeit im Team, allgemeine pädagogische Arbeiten, Betreuung von Straßenkindern, Sportangebote und Freizeitgestal-tung. Sein Arbeitsplatz ist in der Villa Claudia, eine Art Kindergarten für jedes Alter. Es ist ein Präven-tionsprojekt, um die Kinder von der Straße zu holen. Morgens kommen die Jungen und Mädchen, die mittags in die Schule gehen und nachmittags die, die morgens in der Schule waren. Zunächst machen die Kinder ihre Hausaufgaben und da der Unterricht in den Schulen nicht ausreicht, benötigen sie dafür jede Menge Hilfe. Anschließend wird gemeinsam Fußball, Tischtennis oder Kickers gespielt. Täglich gibt es für alle einen kleinen Snack, entweder Kekse, Popcorn oder altes Brot, das eingeweicht und wieder aufgebacken wird. So ist gesichert, dass die Kinder regelmäßig eine Mahlzeit bekommen, da es in vielen Familien nicht genügend zu essen gibt.
„Ich bin für die Kinder hier Tio Mirco und, wenn sie mich ärgern wollen, bin ich Tio Mico, das ist eine Affenart, der man am Zuckerhut begegnet. Für die Kollegen im Casa de Menor bin ich neben dem neuen Freiwilligen auch Harry Potter, da ich weiß bin, verstrubbelte Haare habe und eine Brille trage,“ so schildert Mirko Bitsch sein turbulentes Leben. Mal ist er ein Einwohner Rios, ein Carica, zu denen er dank seines Visums auch gehört, mal Tourist, wenn er in der Stadt Rio ist, und wenn er einkauft, ist er ein Europäer, da er Geld hat. Es ist für ihn nicht immer ganz leicht, den Spagat zwischen arm und reich oder zwischen Freiwilligem und Tourist zu machen. An einem Tag kauft er sich am Strand eine neue Badehose und am nächsten Tag spielt er mit den Kindern in den Slums in dreckigen T-Shirts und mit einem kaputten Fußball, da sie keinen anderen haben.
Im 20 Minuten entfernten Tingua leben Kinder und Jugendliche, die direkt von der Straße kommen, zum Teil schwere Fälle mit kriminalistischem Hinter-grund oder auch Behinderte. Das Gelände ist sehr groß, so haben sie hier ihre Ruhe, können aber auch nicht fortlaufen oder gefunden werden, denn viele der Kids werden von der Mafia gesucht. Es gibt 4 Wohnhäuser, ein Verwaltungsgebäude, eine Kapelle und eine Küche. Die Jugendlichen arbeiten mit Bauern auf eigenen Feldern und halten Hühner, Schweine und Rinder. Große Achtung hat er vor den „Sozialeltern“, die zu viert in einem Haus arbeiten und sich mit der Gewalt der jungen Leute auseinan-der setzen müssen. Worte helfen manchmal nicht, da kann es vorkommen, dass sie – was sehr selten passiert – auch mal heftig reagieren müssen, um zu zeigen, wer der Chef ist. Nicht nur das harte Leben der Jungen kommt hier durch, bei einigen zeigen sich Entzugserscheinungen. Zur Unterstützung der Betreuer kommt ein Psychologe, der den Kindern hilft, in ihrem „neuen“ Leben zu recht zu kommen
Täglich gibt es für Mirko neue Erfahrungen und Ein-drücke zu verarbeiten. Er wird „ nebenbei“ die Sprache lernen, aber auch die schönen Seiten Brasiliens entdecken, und er wird in den kommenden Monaten seiner Familie und seinen Freunden in Birkenau noch viel berichten.

2 Antworten auf „Rockstar“

Erst wochenlange Funkstille und jezt komm ich mit dem Lesen nicht hinterher. Sitze hier neben mir der Putzeimer und lese statt zu arbeiten . Freu mich auf jeden Artikel !
Grüße

Hallo Mirco,
ich finde gerade im Internet-Flugplan von Frankfurt keine Ankunft von TAP Portugal.
Kannst Du noch Deine Eltern nach weiterer Information fragen?
Schöne Grüße aus Mannheim – Bernhard

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