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Brasilien

Ilha Boipeba

Eine Insel, mitten im Meer,
eine Insel, da ist das Leben nicht schwer
wo ich jeden Tag Fangfrische Fische verzehr
ich träume oft davon wie schön es wäre
blaues Meer und weißer Sand und hoher Himmel und weiter Sand und viel Wasser und wenig Land und keine Krokodile aber Kokosnüsse

Farin Urlaub Racing Team – Insel

Achtung, Reisebericht! Erzeugt in einzelnen Fällen Eifersucht und extreme Reiselust. Dieser Blog berichtet mehr von mir als von brasilianischer Kultur. Evtl. langweilig für Menschen die mich nicht richtig kennen!

Die Insel

Man will mal so Anfangen, wir mussten nicht von einer Insel träumen wir waren einfach dort. Blaues Meer, blauer Himmel verlassene Traumstrände und Kokosnüsse ohne Ende! Wir, also Anika, Julia, Melissa, Julian, Tobi und ich, haben uns im Vorfeld um ein Haus gekümmert das wir für 4 Tage und 5 Nächte gemietet hatten. Ferienwohnung quasi. Das Haus war total schön, sauber und eine ausreichende Einrichtung. Es hat an nichts gefehlt. Der Garten war mit verschiedenen Obstbäumen/Sträuchern und zahlreichen Kokosnusspalmen ausgestattet. Das Highlight war, wir durfte alles was reif war pflücken, was wir auch reichlich getan haben. So waren im Kühlschrank immer einige Kokosnüsse vorhanden. Der Abendliche Caipi wurde mit selbst gepflückten Limetten gemacht und ab und zu hatten wir auch noch Goiabasaft. So lies es sich schon ganz gut leben. Hinter dem Haus außerhalb unseres Grundstückes haben sich immer die Kiffer der Insel getroffen. Die erste Runde begann immer so gg. 7 Uhr wie ich einmal feststelle als ich eine Nacht in der Hängematte vor dem Haus verbrachte. Das tolle an ihnen, sie hatten immer ihr Biringbao dabei. Das Biringbao wird verwendet um Musik für den Kampf/Tanzsport Capoeira zu machen. Das haben nicht nur sie gespielt sondern uns auch manchmal da gelassen, dass wir ein bisschen „spielen“ konnten. Zusätzlich haben sie uns auch immer die Kokosnüsse gepflückt, den trotz mehrfachen täglichen Versuchen habe ich innerhalb den 4 Tagen nicht geschafft selbst diese teilweise nicht niedrigen Bäume zu besiegen. Am ersten Tag sind wir an den Stränden entlang gelaufen und haben ein Strand schöner als den anderen entdeckt! Fast Menschenleer, nur gelegentlich sind mal welche vorbei gelaufen! Das Wasser, total still, ideal zum Schwimmen und angenehm warm! So verbrachten wir den ersten Tag hauptsächlich im Wasser, am Strand oder auf einer Kokosnusspalme, die wie man es von Bildern kennt, schräg über den Strand wächst. Als wir mal wieder alle zusammen schon länger im Wasser gegammelt haben und uns über unser abartig großes Glück mit dieser Insel und dem Auslandsjahr gefreut haben ist uns er klar geworden wie krass es ist das wir das eig. vieles bezahlt bekommen.

Und das geilste ist, wir kriegens bezahlt alter!
Julian

Nämlich die Flüge nach Salvador und das Taschengeld von dem wir den Urlaub mit finanziert haben. Am nächsten Tag sind Anika und Melissa ans Festland gefahren und haben eingekauft. Julia und ich haben aufgeräumt und essen vorbereitet und Julian ist mit Tobi Infos holen gegangen was man so auf der Insel machen kann! Nachdem die Mädels wieder da waren haben wir den Tag nochmal am Strand ausklingen lassen und uns noch ein Bier in einer schnuckeligen Strandbar gegönnt.
Am nächsten Tag ging es nochmal an den Strand. Hier erfreuten wir uns wieder der Kokosnussplame auf der wir schon mal Fotos gemacht haben und machten weitere Standard-Strandurlaub-Fotos. Da mittlerweile Wochenende war und die Insel dann viele brasilianische Urlauber anzieht waren wir Jungs, ganz nach gelernter auffälliger brasilianischer Art und zum leiden der Mädels, oft damit beschäftigt und die gut aussehenden Brasilianerinnen im Bikini anzuschauen.

Vielleicht liegt es daran, dass wir schon als Kind gelernt haben, dass Schokolade einfach geil ist!
Mirko

Mit solchen Sprüchen machten wir uns zwar bei unsern, ich muss sagen im Nachhinein sehr tapfer geschlagenen Mädels, unbeliebt aber hatten reichlich zu lachen. Lachen war übrigens unsere Hauptbeschäftigung auf der Insel. Besonders Julian und ich ließen keine Sekunde aus einen Spruch so machen und dann wieder Stundenlang lachen zu können. Damit steckten wir natürlich auch Tobi und die Mädels an und ich muss ganz ehrlich sagen. Ich weiß nicht ob ich jemals schon so viel gelacht habe innerhalb von vier Tagen!

Weiter ging der Tag mit einer Wanderung ins Inselinnere! Ganz schön anstrengend da der „Waldweg“ aus Sand bestand. Dennoch auch wunderschön die Insel mal von Ihrer anderen Seite zu sehen. Auf dem höchsten Punkt ist eine Siedlung mit Lehmhäusern, allerdings sehr gepflegt. Zwar arm aber nicht verwahrlost. Ein Kontrast an Lebensfreude der herum rennenden Kindern und der Armut des Lehmhauses! Auf dem Rückweg nahmen wir Mango- und Kakaofrüchte von den umliegenden Feldern mit. Zu Hause stand dann Grillen an. Das Fleisch war der Hammer und wir hatten wieder ein Traum Buffet, mit Nudelsalat, Kokosnusswasser und Caipi.

Ich bin so träge, ich bekomme keinen Flip Flop mehr hoch
Julian

Die Wanderung und die Tage waren anstrengend und gingen auch meist bis spät in die Nacht weil man sich so viel zu erzählen hatte. Deshalb ging es heute früh ins Bett auch weil morgen eine Bootstour Anstand!

Als wir am morgen wegen zahlreichen Böllern, was auch immer es zu feiern gab, aufgeweckt wurden regnete es. Dank Tobi und Julian haben wir uns trotzdem schnell fertig gemacht und waren auch pünktlich am Boot wo wir dann auch von der Sonne begrüßt wurden. Die Bootstour versprach Schnorcheln in Naturschwimmbädern und eine Fahrt an einen abgelegenen Strand! Also so ging es mit uns, einem brasilianischem älteren Paar und zwei Frauen um die 30 aus Dubai und dem Sudan, wenn ich mich recht erinnere. Erst ging es kurz an den Naturschwimmbädern vorbei. Hier sprangen wir ins Wasser schnorchelten 10 Minuten und dann ging es weiter zu dem abgelegenen Strand. Fast angekommen erwischte uns ein heftiger Regenschauer. Wir deutschen kamen mit der Kälte die der Regen brachte recht gut klar während ich mir nicht sicher war ob die anderen nicht gleich erfrieren. Um auch den Regen voll zu nutzen sprangen wir vom Boot durch den Regen ins Wasser und stellten fest das es im Wasser wärmer war als draußen. Das Boot setzte uns ab uns wartete 2 Strände später, welche durch etwas Wald getrennt waren wieder auf uns! Also wanderten wir erst noch im strömenden Regen im Meer, später dann bei strahlendem Himmel wieder zu Boot. Dort angekommen verspeisen wir unsere Sandwichs und sprangen noch ein paar male, nicht immer freiwillig, vom Boot ins Wasser! Dann ging es endlich wieder Richtung Naturschwimmbäder. Das nennt sich so weil es ein gutes Stück vor der Küste liegt aber das Wasser so niedrig ist das man an vielen Stellen stehen kann. Dort wurde dann fleißig geschnorchelt und Unterwasserfotos gemacht. Schließlich ging es dann zurück an den Hafen und abends dann noch gemeinsam Pizza essen um den Urlaub abzuschließen. Beim Sitzen wurde uns allen schwindelig weil wir alle das Gefühl hatten noch auf dem Boot zu sitzen und zu schwanken. War auf jeden Fall total lustig und das Bier vorm essen unterstützte das Ganze noch.

Abends räumten wir dann noch auf, genossen nochmal einen letzten Inselcaipi und machten uns am nächsten Tag um 5:30 Uhr auf den Weg zum Begleitseminar in Salvador

Der Mittwoch also der Anreisetag war einfach zu verrückt um ihn aus zu sparen. Ihn habe ich Protokollarisch verfasst. Er ist allerdings nicht wichtig, deswegen steht er am Ende. Wer will, soll sich frei fühlen und die Anreise überspringen um direkt zu den Bilder gelangen!

Die Anreise – Ein fast normaler Mittwoch

Es ist 5:45 und ich liege wach im Bett. Wieso weiß ich nicht. Bin ja erst um 2 ins Bett. Musste noch Packen, wie immer halt auf den letzten Drücker. Bin auch noch nicht ganz fertig. Naja ganz gut das ich wach bin dann erledige ich das halt und habe noch Zeit zum Frühstücken. 6:45 Uhr bin ich mit Felipe der Haltestelle für die Vans nach Rio verabredet. Als er um 7:05 Uhr noch nicht da ist steig ich ein. Der Van gibt ordentlich schub und um 7:45 sind wir an der Rodovaria in Rio. Und hier herrscht Chaos. Die Umzugswagen von Carnaval stehen noch überall rum und verstopfen die Straßen. Busse stecken fest. Ich gebe den Plan auf einen Bus zu nehmen und nehme ein Taxi. Kurz noch schauen das er auch mit Taximeter fährt und los geht’s. 8:10 Uhr bin ich dann auch tatsächlich am Flughafen. Der Fahrer hat für mich ordentlich drauf gedrückt. 25$R sind flöten. Naja, nichts weiter zum Check-In. Alles super schnell, der letzte Ruf war ja auch schon, also renne ich zum Flugzeug steig ein und schlafe auch schon bevor wir um 9:00 Uhr abheben. In Salvador angekommen und erstmal 45 Minuten auf einen Bus gewartet. Ich bekomme schon das kotzen und schau mich nach Taxis um. Doch da kommt einer. Fährst du auch zum richtigen Hafen? Klar der nächste Halt. 45 Minuten später, sehe ich dann einen Hafen schnappe mein Zeug will aussteigen und er meint nur das wäre der falsche Hafen. Ich sehe zwar kleine und große Schiffe aber keine Fähre also glaube ich es mal! Weitere 15 Minuten später sind wir am richtigen angekommen. Gerade noch im Taxi runter zum Strand meint der Fahrer. Taxi rufen, einsteigen sagen welchen Hafen ich will und meint nur so, da wäre ich aber falsch. Ich frage ob es weit ist und teuer, er meint nur nein. Taximeter läuft also verhandele ich nicht weiter. Als wir dann wieder an dem Hafen sind an dem ich auch mit dem Bus vorbeigefahren schwöre ich mit den Busfahrer zu töten. Er fährt noch ein Stück weiter, aber nichts was man hätte auch laufen können. Ich bezahle stolze 35$R und beruhige mich damit das er die ganze Zeit gedacht hat das ich Paulista (Einwohner Sao Paulos) bin und während der Fahrt alle Autofahrer um uns rum beschimpft hat und ich alle Schimpfwörter verstanden habe und sogar noch mehr gewusst hätte! Nichts wie zum Ferry-Boot und versuchen dieses noch zu bekommen, scheiße war es. Gerade eins abgefahren. Fahren während Carnaval, welcher in Salvador noch ist, nicht nach Plan! Also wieder eine Stunde warten. Auf der Fähre lerne ich einen Deutschen kennen, er will auch auf eine Insel. Mit Ihm bestreite ich bis nach Valencia, was nochmal eine zwei Stunden Busreise war den Rest des Weges. Dort trennen wir uns. Ich sperre am Automaten erstmal wegen Hektik meine Kreditkarte weil ich den Code der EC Karte benutzt habe. Naja halb so schlimm, gehe direkt noch einkaufen und dort funktioniert die Karte noch. Am Hafen und auch schon im Ort bekomme ich gesagt das das letzte Boot vor 2 Stunden war. Es ist mittlerweile 18 Uhr. Da meinte jemand, er kennt jemand, der würde noch fahren, ob ich alleine wäre. Ich sage nein, weil Tobi und Julia um 19 Uhr hier ankommen. Also eine Stunde nach mir, obwohl sie 2 ein halb Stunden später in Salvador ankamen. Joar die zwei sind da wir fragen nach dem Boot und der Fahrer kommt. Wir sind die einzigsten und er will den Todes-Gringo-Abzocker Preis von 200$R. Mit der regulären Fahrt für 30$R verglichen quasi kein Unterschied. Wir fangen an zu verhandeln. Für 180$R würden wir es machen, denn sollten wir nicht auf die Insel kommen verfällt schon eine bezahlte Nacht und wir brauchen hier noch eine Pousada für 30$R und ein Restaurant fürs Abendessen für auch ca. 30$R. Der Typ bleibt hart und wir bezahlen 200$R. Dafür bekommen wir ein Abenteuer der Extraklasse. Erst wird zur Tanke gefahren um Benzin fürs Boot zu holen danach ein paar Orte weiter geheizt. Julia hat schon bei der Autofahrt Panik. Dann wird das Boot aufgetankt. Schlauch in den Benzinkanister und ansaugen, dann in den Tank vom Boot. Boot, naja eher Nussschale. Es ist Stock finster und es wird etwas schwierig einzusteigen, denn die Nussschale hat kein Licht. Wie der Kollege dann die 45 Minütige Fahrt bis zu Insel meistert und dort auch ankommt ist mir ein Rätsel. Man sieht nämlich nicht viel! Naja irgendwie angekommen und auch bis zum Haus durchgefragt und dann kommt dieser Dialog: Ich hätte ja net geglaubt das Ihr noch kommt! Ja Hallo auch, du musst Julian sein, mein Name ist Mirko! Hi Mirko, das Haus ist der Hammer und sau geil das ihr da seid!

Die Moral von der Geschichte, ich hätte auch einfach ein Flugzeug von Salvador auf die Insel für 120€ nehmen können, hätte schon mittags am Strand gechillt und ein Haufen Nerven gespart. Verpasst hätte ich dann allerdings auch einiges und der Galgenhumor mit dem wir noch den Abend verbracht haben wäre auch nicht da gewesen. Was ein scheiß Tag mit einem geilen Ende!

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Weiter führende Informationen von dritten

Artikel von Tobi
Auf Tobis Blog findet Ihr auch ein Video dazu 🙂

Artikel von Julian

5 Antworten auf „Ilha Boipeba“

Argh böser Artikel! Bin so kurz davor ohne zu packen zum Flughafen zu fahren 😀
Gruß, Jonas

Servus 😀

bin durch google auf euren bericht hier gestoßen.
Reise nächstes Jahr quer durch Brasilien. ilha Boipeba stand auch auf meiner Stop-Liste. Habt Ihr mir vielleicht ne Adresse wo Ihr gelebt/gewohnt habt bzw. einen Tipp?

Danke 🙂

Gruß aus Freiburg,
Moritz

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