ride on

In Mountainbiking, there is no destination. Just a bike, a rider and a place to ride!

Roam – Vorspann

Du wachst auf weil dich die Sonne kitzelt. Seit Tagen hast du sie nicht mehr gesehen. Der erste Gedanke stimmt dich fröhlich! Aufstehen, Badezimmer, Küche, Keller, Garage. Zwischen drin noch ein Telefonat – Bist du dabei? Ja bin ich! In 20min! Ok!

In der Garage angekommen, der erste Kontakt des Tages. Eine Hand wandert den Sattel entlang, die andere wandert sicher an die Lock-on Grips. Der Zeigefinger wandert ganz automatisch an den Hebel der Scheibenbremse. Du schriebst es raus, das Klicken des Laufsatz klingt besser als Beethovens 9. Sinfonie. Du schwingst dich rauf, der Dämpfer und Gabel sacken etwas ein und die Gabel lässt ein Schmatzgeräusch von sich. Du weißt so klingen nur die Italienerinnen – Machozzi nennen sie sich! Die Füße wandern sicher auf die Pedale und die 6mm langen Pins bohren sich in die Sohle. Der erste Tritt ist befreiend! Die Luft streift nur dein Gesicht. Es ist nicht unbedingt warm, doch du frierst nicht, denn die Sonnenstrahlen kitzeln dich. Die Straße ist noch nass und riecht nach dem Regnen der letzten Nacht, doch der Himmel ist klar! Du holst tief Luft und weißt, heute wird’s schmutzig! Du grinst in dich rein, padellierst schneller und gleitest definitiv als König der Straße daher. Ein paar Bunnyhops und Wheelies werden bis zum Treffpunkt dein Vorspiel sein!
Es wird nicht viel geredet. Dein Kumpel hat genau das gleiche verlangen – Endlich los zu legen. So wird die 45 Minuten Fahrzeit eher zu einer Meditation. In Gedanken gehst du die Strecke ab, die Schaltvorgänge, die Ideallinie, die Airtime und dein Zeigefinger weiß genau wo der Druckpunkt ist. Du genießt die frische Luft, welche dich unter dem Trikot nicht so sehr schwitzen lässt.
Du lässt sanft den Sattel runter, ziehst den Fullface-Helm und Brille auf. Wechselst in den passenden Gang des ersten Parts, lehnst dich weit nach hinten und trittst einmal rein.
Das Vorderrad gleitet über die Kante und bleibt auf Höhe des Hinterrades, bis beide gemeinsam abtauchen. Du lehnst dich rein, die ersten Steilkuven bringen deine Flugzeuge im Bauch zum RedBull Air Race und Adrenalin durchfließt deinen Körper. Die nasse Erde fliegt durch die Stollen der 2.20 Mäntel ordentlich durch die Luft und schon jetzt kann jeder sehen welche Leidenschaft du hier entwickelst. Doch dein Kopf ist schon in der Absprungphase und da bist auch du schon mit einem Table-Top in der Luft. Die Airtime ist Freiheit pur, das Vibrieren hört für einen paar Sekunden auf und es ist toten still, bis du aufkommst und dich direkt in die nächste Steilkurve legst. Kaum raus bist zu schon wieder in der Händen der Freiheit und der Drop setzt dich zwei Meter weiter unten grob auf den Boden. Du stehst drauf und freust dich auf die Wurzelpassage durch die du einen Teil nur mit dem Hinterrad durchstreifst und dich direkt auf den Road-Gap führt. Die Vibration hört auf und unter dir fliegt der Waldweg vorbei, hinter dem du tiefer abtauchst und vom Auffanghügel sanft in die nächste Steilkurve getragen wirst. Diese ist fast Senkrecht und du lässt dich vollkommen in sie rein fallen um ihr mit noch mehr Energie zu entfliehen. Eine Wand baut sich vor dir auf und du weißt, dieser Kicker vor dir, ist grob zu dir und schon kickt er dich hoch und du machst zwei Meter Höhe gut und genießt das Gefühl des Step-ups der dir genau am Nullpunkt der vertikalen Geschwindigkeit zärtlich Boden unter die Reifen setzt. Es folgt ein Nachspiel mit einem Flow der von einer anderen Welt kommt. Die Leichtigkeit mit der du auf dem Singeltrail dahin schwebst wird nur von der Schnelligkeit übertroffen, welche in der letzten Kurve abrupt durch das Spiel mit dem Zeigefinger endet.
Ich vermiss dich!

7 Antworten auf „ride on“

  1. Ride or Die…
    jaja das ist wahre leidenschaft! kann mir vorstellen wie du dich fühlst 😛
    dein Fahrrad ist in einem Top zustand.. meins hatn platten …
    lG Juan

    PS: Grüße von P2 und Enduro

  2. Du wirst dich wundern wie viel sich hier geändert hat.

    Aber du wirst schon sehen bald hast du wieder den Geschmack von nasser Erde im Mund. 😉

  3. Sau gut wirklich gut nur leider fall ich min. Noch 2 eher 3 monate wegen meiner gebrochenen hand aus kann grad so arbeiten zu kotzen naja freu mich das de bald wieder da bist gruß Wildsau Dh

  4. Wow echt toll geschrieben ich freu mich schon wieder drauf alle zusammen auf dem Trail zu stehen und gemeinsam einem Hobby zu frönen.

    Gruß Markus

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