Mi amigo, el Evo

“Evo”, sagte ich, es war noch relativ kühl, weil morgens, und wir hatten wohl beide noch nicht gefrühstückt, “Evo”, also sagte ich, “Evo, also entweder du bist irgendwie dumm oder was ist da passiert?“
Im rechten Augenblick kam dann auch schon eine Empanada-Verkäuferin vorbei und so lud ich ihn erst einmal ein.


„Jetzt also nochmal Evo“, fing ich wieder an, „du bist da gerade 19 Jahre alt geworden und wusstest eigentlich doch schon, dass du deine Chance hattest, aber du wolltest was ändern, que paso?“
„Ja, also das ist alles ein bisschen kompliziert. Und naja ich wusste da nicht, dass das nur bis 18 ist… Okay das ist vielleicht gelogen immerhin habe ich schon oft genug mit Walter geredet. Nun, nein.“ – „Wie nein?“ – „Ja also es ist nix passiert. Ich dachte nur einfach es ist jetzt mal Zeit.“

Da sitze ich hier also mitten in Cochabamba mit dem Evo an einer Kreuzung und der macht mir weiß, dass ein Jahr zu spät nun mal Zeit ist. Ich erwiderte: „Also komm schon, du wusstest doch das diese Zeit schon rum war.“ – „Ach, ich weiß nicht, damals hab ich das eben nicht realisiert. Heute sehe ich da eindeutig klarer.“ – „Und warum hast du nichts anderes gesucht oder gewollt?“ – „Ey, Juan, ich tu mir doch keine Zwangsjacke anziehen, und das machen eben die meisten Anderen.“ – „Wenn du meinst. Aber kommen wir mal zurück zur Sache warum ich hier bin: Juli, Fußballtunier“

Der Evo ist wirklich ein cooler Kerl. Er ist auch eigentlich gar nicht dumm oder so, ganz im
Gegenteil. Das macht ihn ja auch zu dem was er ist, einem Leader. Ja als der gute Morales 19 Jahre alt war, war Tiquipaya Wasi noch für Straßenjungs bis 18 Jahre geöffnet. Eigentlich heißt Evo auch gar nicht Evo, aber wie der Zufall so will, ist sein Nachname Morales und er ist der Chef der Coronilla.

So Moment, Boliviens Präsident heißt Evo Morales, seine Partei ist die MAS (einzige linke Partei mit blauer Farbe) und ist ein Kokabauer aus Chapare, dem Tropischen Gebiet nahe Cochabamba. Die Coronilla ist nicht die MAS, sondern ein Hügel in der Stadt Cochabamba. An diesem Hügel befinden sich die Behausungen einiger Leute in Situation „Straße“ (Obdachlose). Wahrscheinlich die vor denen man sich auch am meisten in Acht nehmen sollte. Umso glücklicher bin ich, dass ich Evo kenne und ihn und die anderen regelmäßig besuche. Nun hat die Coronilla zwei „Leader“ und einer davon ist eben „mein Freund, der Evo“.

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