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Fallen lassen

Fallen lassen, muss man können! Einfach laufen und fallen lassen. Die meisten Brasilianer können das! Sie laufen und lassen es fallen. Mittlerweile kann ich es auch! Aber ich fühle mich schlecht dabei, und habe dann das Gefühl es doch nicht zu können. Das führt dazu das ich es dann ein paar mal nicht mehr mache. Bis halt mal wieder keine andere Möglichkeit besteht, außer es fallen zu lassen!

Wovon ich rede – Von Müll natürlich! Man lässt es fallen. Wohin auch sonst mit? Öffentliche Mülleimer? Wenn es die gibt sind sie überfüllt! Es gibt hier einfach Stadtteile die haben keine Müllabfuhr! Was also machen mit dem Müll. Trennen, natürlich nicht! Einfach schön alles in einen Plastikbeutel, davon gibt es glaube ich mehr also Sand am Meer hier! Ist echt ganz einfach! Müll egal was einfach in den Plastikbeutel vom letzten Einkauf. Egal ob es das Klopapier ist das hier nicht in die Toilette kommt, der normale Bioabfall, Flaschen aus Plastik oder Glas, Papier oder auch Sondermüll wie Batterien! Nachdem man dann einige Plastikbeutel zusammen hat, was macht man? Richtig einfach vor das Haus an die Straße schmeißen, oder halt zur nächsten Ecke wo auch der Nachtbar die Beutel hin wirft! Und dann wird’s richtig spaßig! Dann benötigt man Alkohol! Und zwar nicht um sich nach dem Anfassen der Beutel die Hände zu desinfizieren, nein um den Müll darin zu ertränken. Nachdem dies geschehen ist wird lässig ein Streichholz rein geworfen und ohne drauf zu schauen wieder ins Haus gegangen! Fragt mich nicht warum hier im Sommer nicht alles Abfackelt wenn die einfach alles anzünden ich werde es versuchen herauszufinden! Ich gebe zu nicht immer wird er angezündet, aber oft. Vielleicht erklärt das den immer zu trüben Himmel hier! Ob angezündet oder nicht, es stinkt bestialisch. Das war übrigens auch der erste Gedanke nachdem ich hier ankam. Scheiße stinkt es hier. Gewöhnt habe ich mich immer noch nicht daran und wenn die Sonne richtig scheint dann wird es noch viel schlimmer! Dann fängt das nicht verbrannte an richtig zu stinken und das Feuer bzw. der Rauch wird noch unangenehmer! Besonders das Plastik trägt denke ich einen großen Teil dazu bei! Teilweise sieht man keine 2 Meter wenn man an so einem Feuer vorbei läuft! Aber irgendwie hat es auch was von Lagerfeuerstimmung wenn man Abends in die Stadt schaut und überall kleine Feuerchen sieht! Man muss halt den Geruch ignorieren und nicht genau hinschauen was da eig. Brennt.
Warum fragt man sich nun, lassen Sie einfach alles fallen? Überall – Ob im öffentlichen Gebäude, der Bahn, dem Bus, am Strand, der Straße oder dem Fußballstadion. Nun die Antwort ist simpel.Sie haben es nicht anders gelernt. Die Kinder sehen es bei ihren Eltern und machen es auch. Hier ist kein bewusst sein für diese Umweltverschmutzung vorhanden. Traurig aber wahr! Jetzt kann man sich natürlich auch fragen ob es sinnvoll ist das wir auch noch das letzte Fitzel Pappe vom Joghurtbecher knibbeln, ober es nicht sinnvollere wäre hier eine Präventionsmaßname zu starten und ein Müllabfuhrsystem zu entwickeln! Denn die Schwellenländer habe, wie bekannt, eine viel größere Umweltverschmutzung als wir!
– Bin mal Feuer machen! –

3 Antworten auf „Fallen lassen“

Und da soll nochmal einer meckern, dass wir im Zeltlager ein Bioloch schaufeln! 😉

Auch in Namibia ist das nicht so anders… Nur dass es hier in Doebra auf dem ganzen Schulgelaende Muellverbrennungsstellen gibt, also Tonnen, in denen dann der Muell verbrannt wird. Meistens in den Morgen- und Abendstunden durchzieht dann ein beissender Geruch die Gegend. Die Existenz dieser Muellverbrennungsstellen bedeutet aber nicht, dass nicht noch genug Muell rumliegt. Den muessen die Schueler dann oefter mal als Strafmassnahme entfernen, zum Beispiel wenn sie zu spaet zur Schule gekommen sind.

Das mit dem Fallenlassen kann ich auch noch nicht, aber ich verbrennen hab ich schon gelernt, ja… Trotzdem sammeln sich in meiner kleinen Wohnung Metall- und Glasmuell, weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben hab, den eines Tages noch in einer Recyclingstation in Windhoek entsorgen zu koennen. Die solls naemlich tatsaechlich geben…

Gruesse aus Nambia!

Noch vor einigen Jahren war es auch in Miguel Couto üblich, auch direkt neben dem Projekt. Es ist aber erkennbar, dass man auch in dieser Sache Fortschritte macht.
Gruß aus St.Wolfgang

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