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Brasilien

Gastbeitrag: Ihr denkt zu Deutsch

Gastbeitrag von Brigitte & Dieter Brehm über Ihren Besuch bei mir!

Nach einem doch sehr anstrengenden Flug über 22 Stunden (wir wollten ja sparen!!!) gab es ein herzliches Wiedersehen mit Mirko und einen liebevollen Empfang bei Nilza.

Ein herzlichen Dank an Nilza die uns in ihrem Haus eine hervorragende Unterkunft gewährt hat, mit der wir nicht gerechnet haben.

Am nächsten Tag kauften wir uns erst einmal Sandalen (Halbschuhe bei 38Grad ging nicht) – am übernächsten Tag hatten wir Blasen!

Schlussfolgerung: Beigemer Fies un brosilionische Schu gait net!


Locker und leicht bekleidet haben wir dann einige Kinderhäuser besucht und zum Mittagessen sind wir zu Casa do Menor in die Zentrale gegangen. Dort gab’s das erste typische brasilianische Mittagessen- Reis, Bohnen, Hähnchen. Die Bohnen waren an diesem Tag püriert, so dass Dieter meinte:

„Gut das wir nicht hinein getreten sind!“

Es mag euch beim Lesen vielleicht übertrieben vorkommen, aber überall wo wir ankamen, egal wen wir getroffen haben, ob auf der Straße oder in den Kinderhäusern, alle haben uns umarmt, gedrückt, uns willkommen geheißen, gefragt ob es uns gut geht und wie es uns gefällt. Je nachdem wo wir waren hat man uns etwas zu trinken, Obst oder Bisquitts angeboten.

Die herzlichen Begrüßungen waren überwältigend. Allerdings konnten wir uns kaum noch merken, wen wir getroffen haben.

Am Nachmittag besichtigten wir Casa do Menor (mehr dazu in einem weiteren Artikel) Nur soviel sei gesagt:

„ Es ist größer, als ich es mir vorgestellt habe.“

Im Anschluss gingen wir begleitet von Renata, eine liebevolle Freundin und Vertraute von Mirko zu dem Babyhaus.

Wenn die Kleinen einem mit ihren großen, dunklen Augen anschauen, mag man sich gar nicht vorstellen, welch Leid so manch Kleiner schon hinter sich hat.

Nachdem der erste Tag so überwältigend war, blieb uns gar nichts andres übrig als Schwerpunkte zu setzen.

So fing Dieter an (wie kann es anders sein) sich für die bauliche Substanz der Häuser, deren Instandhaltung, Schimmelbeseitigung, elektrischen Leitungen, Gerüst und Malerarbeitern ect. zu interessieren und diese näher zu betrachten. Und natürlich mit Kommentaren und Verbesserungsvorschlägen zu belegen. Irgendwann meinte Mirko:

„Ihr denkt zu Deutsch.“

Ich, wie sollte es anders sein, beobachtete die Menschen, besonders die Kinder. Und mir fiel auf wie sauber diese waren. Die  Kinder waren gepflegt mit sauberen teilweisen schneeweißen T-Shirts und sie spielten im Freien.

Jetzt braucht mir keiner mehr in Deutschland mit der Ausrede kommen: „Wir haben kein Geld.“ Körperhygiene ist eine Frage der Einstellung und nicht des Einkommens

Trotz der Hitze, habe ich keinen verschwitzt riechenden Erwachsenen vor mir gehabt Auffallend waren auch die vielen Friseure, die Pedikür- und Manikürläden.

Was mich bald verrückt machte, egal wo wir hinkamen ob Kinderhäuser oder privat Haushalt überall läuft der Fernseher. Die Kinder und Erwachsenen gammelten davor herum.  Im Kindergarten hatten sie gerade eine DVD eingelegt zur Bewegungserziehung. Die Betreuer standen dabei, die Kinder auch!

Das war nur der erste Tag; und so ging es weiter.
Jeden Tag was Neues , neue Eindrücke und Erlebnisse. Mirko, Felipe, Nilza und alle die, die Dazugehörten, sie haben uns ihr Land, das Arme und das Reiche gezeigt.

Positiv Denken

Dass die Reise uns gefallen hat brauche ich nach dem Artikel nicht mehr zu erwähnen. Wir haben viel erlebt und tausende von Eindrücken gewonnen.

Die Menschen haben uns mit ihrer positiven Art angesteckt was folgendes Erlebnis beweist:

Wieder in Deutschland zurück, mussten wir noch einige Lebensmittel einkaufen. Im Supermarkt hat sich Dieter an der Wursttheke angestellt. Nachdem er seine Ware erhalten hat, sagte er nicht wie alle anderen nur Danke und ging, sondern streckte seinen Daumen in die Höhe, ganz wie die Straßenkids in Rio.

3 Antworten auf „Gastbeitrag: Ihr denkt zu Deutsch“

Viele Eindrücke ganz ähnlicher Art hatte ich auch als ich an kam, deswegen freue ich mich um so mehr das Ihr es geschafft habt Eure Eindrücke aufzuschreiben! Das gibt den zu Hause geblieben mit Sicherheit einen realistischeren Eindruck!
Die Beigemer Fies kann man übrigens an die brosilionische Schu gewöhnen. Die Schuhe werden Chinelos zu Deutsch FlipFlops genannt!
Zu den kleinen Kindern mit ihren großen Augen welche schon einiges durchgemacht haben habe ich in Don’t go Dad vor einiger Zeit geschrieben!
Also das die Sachen der Kinder sauber sind, also Klamotten stimmt nicht unbedingt. Aber das liegt oft dann wirklich an der extremen Armut. Also das kein Wasser zu Hause ist oder das Dach des Hauses undicht ist. Fakt ist aber das die Brasilianer viel Hygenischer sind. Es wird auch wegen der Hitze teilweise sechs mal am Tag geduscht. Körperpflege wird groß geschrieben und wer stinkt, fällt aus der Gesellschaft raus!
Also nochmal Danke! *dump-up*

Hihihi, es macht echt Spaß diesen Artikel zu lesen, Daumen hoch:)! Viele Eindrücke kann ich bestätigen, auch wenn ich sie nicht in Brasilien direkt gemacht habe, doch ich hätte sie gar nicht merh so ohne Weiteres aufschreiben können, man vergisst die allerersten Eindrücke nämlich leider mit der Zeit, wohl ein kleiner „Nachteil“ der Eingewöhnung;)…umso besser, dass ihr die Euren aufgeschrieben habt!

Hehe. Ich freu mich mit euch, dass es euch so gut gefallen und der Aufwand sich gelohnt hat. Auch von mir ein „Daumen hoch“.

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